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Archiv für den Monat Dezember 2014

Von Ounara nach Marrakesch

Wir entsorgen und bunkern anständig Wasser, damit wir „fit“ sind für die Stadt, auch ohne Ent- und Versorgungsmöglichkeit können wir so bedenkenlos 3 bis 4 Tage bleiben.

Gegen 10 Uhr fahren wir los. Wir nehmen nicht die neue Autobahn nach Marrakesch, sondern bleiben auf der gut ausgebauten R 207, hier gibt es mehr zu sehen.
Die Landschaft ist grundsätzlich sehr trocken, man sieht es an der Vegetation, alles ist ziemlich kahl, aber auch hier deutet Vieles auf die heftigen Regenfälle von Anfang Dezember hin, verschlammte Senken, eingestürzte Lehmmauern, die Straße wurde an vielen Stellen ganz frisch aufgebaggert, immer dort, wo Wasserdurchlässe sind, offensichtlich waren alle vollkommen zugeschlammt.

Anfangs stehen bereits die ersten Arganbäume in der Landschaft, überall an der Straße bieten Cooperativen das gewonnene Arganöl an.
Weiter im Land beginnt dann die Zone intensiven Olivenanbaus, überall sehen wir Plantagen, einige neu angelegt, die meisten mit Bewässerungsschläuchen, damit sie Hitze und Trockenheit des Sommers überstehen.
Immer wieder kommen wir durch Dörfer und kleine Städtchen in denen wir den Alltag der Marokkaner sehen und bestaunen können, am südlichen Horizont, hinter einer Dunstschicht sind die schneebedeckten Berge des „Hohen Atlas“ zu sehen.

Die Stellmöglichkeiten in Marrakesch sind begrenzt.
Es gibt Campingplätze mit allem Komfort, aber leider alle ziemlich weit außerhalb, um einen Bummel durch die Medina Marrakeschs zu machen braucht man immer einen Bus oder ein Taxi, das gefällt uns nicht. Wir haben von einem kleinen Stellplatz gehört, der zwar nicht sehr komfortabel sein soll, eine für Wohnmobile reservierte Ecke auf einem Parkplatz, ohne jegliche Infrastruktur, aber nur etwa 5 Gehminuten vom „Jamaa al Fna“, dem „Platz der Gaukler“, mitten in der Altstadt. Den fahren wir an, ….und haben Glück, wir müssen zwar noch ein wenig warten, bis ein Platz frei wird, aber wir kriegen ihn. Und so schlimm ist er gar nicht, halt eng, und tagsüber etwas laut, mit 80 Dirham Gebühr für eine Nacht auch nicht gerade billig, aber mittlerweile mit Entsorgungsmöglichkeit und Strom, sogar Frischwasser haben die rührigen Platzwächter parat. Für die zwei Nächte, die wir bleiben wollen, absolut super, hier bleiben wir. ( N 31° 37´25.3″ W 07° 59´46.1″ )
Direkt neben uns haben andere „Zugvögel“ ihr Nest gebaut, Störche oben in einem Antennenmast, ihr Klappern ist immer wieder zu hören, nette Nachbarschaft irgendwie.

Am Abend ziehen wir los, den Platz, den wir ja schon von früheren Besuchen ganz gut kennen, aufs Neue zu erkunden.
Ein kurzer Bummel durch die ungeheuren Menschenmassen, Gaukler, Schlangenbeschwörer, Wasserverkäufer und Händler für alles Mögliche und Unmögliche, Tausende und Abertausende Besucher schieben sich hier durch, Musik und Trommelschlagen klingt von überall, die vielen Cafes und Restaurants rund um den Platz sind gut besucht.
Wir ziehen es vor, unser Silvesteressen in einer der vielen Gar- und Grillküchen auf dem Platz einzunehmen, sie haben immer eine große Auswahl an leckeren Sachen.
Unseren obligaten Minztee trinken wir auf der Terrasse unseres Lieblingscafes „l´Alhambra“, bis 23 Uhr sitzen wir noch und schauen fasziniert dem Treiben zu. Der späte Abend und die empfindliche Kälte, die sich in der Nacht über die Stadt legt, scheinen aber niemanden wirklich zu stören, das bunte Treiben hat kaum nachgelassen, von den naheliegenden Hotels klingt laute Musik nach draußen und mischt sich mit dem Lärm des Platzes.

Gegen 23.30 Uhr treibt uns die Kälte in unser „Heim“, an die Silvesternacht haben wir sowieso keine Erwartungen gestellt, Neujahr war hier schon am 25. Oktober, im Islam hat man eine andere Zeitrechnung. Um so mehr sind wir überrascht, als dann gegen Mitternacht von einem der naheliegenden Hotels das laute „Herunterzählen“ der Sekunden bis Mitternacht zu hören ist und das Neue Jahr mit lautem Jubel begrüßt wird. Von den Internationalen Hotels draußen an der Peripherie hören wir gar Silvesterböller krachen. Marrakesch ist halt doch eine internationale Stadt, Unmengen französischer und spanischer Touristen bevölkern sie, gerade jetzt in der Winterferienzeit, solche Gepflogenheiten zum Jahreswechsel sind wohl ihrer Anwesenheit geschuldet, die „Partymusik“ aus den Hotels ist noch lange zu hören.

Tagesetappe:   150 km                    Gesamtstrecke:   3.730 km

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Verfasst von - 31. Dezember 2014 in Allgemein

 

Von Souira Kedima über Essaouira nach Ounara

Die Nacht war ruhig. Die Sonne steht schon ziemlich früh kräftig am Himmel, wir kommen immer weiter nach Süden, das ist zu spüren.

Heute kommen wir früher los und fahren wieder zurück auf die kleine R 301, Richtung Essaouira.
Hier sehen wir erste Schäden, die die enormen Regenfälle vor vier Wochen angerichtet haben, Brückengeländer sind weggerissen, die Sturzfluten haben tiefe Furchen in die Erde geschwemmt. In den Senken ist noch deutlich zu sehen, wie hoch das Wasser gestanden hat und in den Flußbetten ist dies am angeschwemmten Unrat und den Zweigen zu sehen. Das sieht gewaltig aus.

Irgendwann stehen wir plötzlich im Wald.
Ja, ein ganz ungewohntes Landschaftsbild präsentiert sich uns, als uns die Straße eine Hügelkette hinauf führt, das Meer ist plötzlich nicht mehr zu sehen, überall, bis tief ins Land hinein prägt nun ein niedriger Wald das Bild bis fast hinüber nach Essaouira.
Von einem Hügel etwas außerhalb haben wir einen schönen Blick auf die Stadt und die vorgelagerte Insel Mogador.
Die Stadt ist großzügig angelegt, breite Straßen führen hinein, der ewig breite und lange Sandstrand und die Promenade davor locken hunderte von Menschen an, ein reges Treiben dort, sogar im Wasser tummeln sich einige Mutige. Essaouira ist ein Besuchermagnet, Busse bringen die Touristen, schöne Hotels laden zum Bleiben ein, sogar ein „Bimmelbähnchen“ rollt die Uferstraße entlang.

Wir haben es lieber urtümlicher und fahren gleich durch bis an die Medina, die Parkplatzsuche mit unserem „Dicken“ gestaltet sich etwas schwierig, aber es wird.
…und dann verbringen wir einen schönen Nachmittag in der Altstadt, bummeln durch die engen Gassen des Souks, kaufen Brot und Obst, sitzen dann im Innenhof eines Restaurants zum Essen und hören der Musik der kleinen Musiktruppe zu. Sicher irgendwie „Touristenkram“, aber trotzdem schön anzuhören.

Spät am nachmittag fahren wir nur noch wenige Kilometer aus der Stadt heraus, unser nächstes Ziel wird Marrakesch sein, wir wollen morgen dort ankommen um den Jahreswechsel dort zu verbringen, mal schauen, wie sich das in einer solchen Stadt anfühlt.
Heute fahren wir auf der gut ausgebauten R 207 noch bis Ounara, dort gibt es einen netten kleinen Campingplatz, auf dem wir die Nacht verbringen. ( N 31° 31´54.5″ W 09° 32´51.9″ )

Tagesetappe:   119 km                    Gesamtstrecke:   3.580 km

 
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Verfasst von - 30. Dezember 2014 in Allgemein

 

Von Oualidia über Safi nach Souira Kedima

Gestern abend kam noch eine geführte Wohnmobiltruppe aus Spanien hier auf dem Platz an, etwa 15 Wohnmobile in Kolonne, — naja, unser Ding wärs nicht. Gottseidank ist der Platz hier riesig, alle finden Platz ohne daß es wirklich eng wird.
Nur laut wirds halt ein wenig, die Spanier packen noch den Grill aus und haben sich viel zu erzählen, was bei einer so großen Schar Umherstehender schon mal ein wenig lauter ausfällt. Doch irgendwann wirds auch dort still und die Nacht bleibt es.

Am Morgen ist es schon früh sonnig.
Abderrahim, ein quirliger Marokkaner, der ganz gut deutsch spricht und hier am Platz für alles irgendwie zuständig ist, fährt mit uns zum Telecomladen, um unser Internetproblem, das wir eigentlich schon seit dem Kauf der SIM-Karte in Tanger haben, irgendwie zu lösen. Im Geschäft stellt man fest, daß uns der Verkäufer in Tanger eine Karte fürs Smartphone, aber nicht für unseren Laptop verkauft hat. Für 8 Euro kriegen wir eine andere, sie wird diesmal auch gleich installiert und nun können wir endlich unabhängig von WiFi ins Internet. Das Funknetz soll hier in Marokko ausgezeichnet sein, wir sind gespannt.

Erst gegen 12 Uhr kommen wir los, über die kleine R 301 fahren wir weiter am Atlantik entlang Richtung Süden.
Am Landschaftsbild hat sich nicht viel verändert, rechts und links der Straße sind immer wieder Felder zu sehen, überwiegend Gemüse wird angebaut, nicht mehr in solchen Riesenmengen, wie wir sie gestern und vorgestern gesehen haben, aber immer noch reichlich. Rechts unten ist meist der Antlantik zu sehen.
So manches Gefährt hier ist schon erschreckend beladen, wie dieser LKW, der gut und gerne mal bestimmt 6 Meter hoch beladen ist, hoffentlich fährt der nicht unter einer Stromleitung durch, –dann wirds dunkel.

Wir kommen nach Safi, der einzigen größeren Stadt unserer heutigen Tour.
Der Hafen ist vom Berg wunderbar zu sehen, viele Fischerboote fahren hinaus auf den Atlantik, Safi war noch bis vor 25 Jahren der größte Sardinenfischereihafen der Welt, heute ist das Agadir.
Safi ist auch Industriestadt, ein großer Umschlagplatz für das im Land geförderte Phosphat.
Hier oben bleiben wir eine Zeit lang bei einem Tee sitzen und schauen auf die Stadt, die Küche des Lokales hat heute leider geschlossen.
So fahren wir weiter in die Stadt hinein und finden direkt an der Straße ein Fischrestaurant, einen riesigen Fischteller bestellen wir uns, sehr ungewöhnlich, Fisch essen ohne Besteck, mit den Fingern, — nun ja, wenn man sich erst mal dran gewöhnt hat. Aber schmecken tut das so was von Klasse, und Fisch satt, das hatten wir auch noch nicht, die Portion war kaum zu schaffen.

Weiter nach Safi rein wird heute nichts, die Zufahrtstraße ist gesperrt, eine andere „gewichtsbeschränkt“, also nichts für uns und die dritte Zufahrt führt durch ein schmales Tor, -wir drehen um und ziehen weiter. Hinter der Stadt hat es einen schlimmen Unfall gegeben, ein mit schweren Steinen beladener Baustellenlaster ist umgekippt, ein PKW sehr schwer beschädigt, scheint irgendwie drunter gekommen zu sein, wir wollen es lieber nicht so ganz genau wissen. Die Umleitung über einen kleinen Seitenweg klappt prima.

Dafür klappt unsere Weiterfahrt nicht ganz so. Irgendwie kommen wir von der Route ab und machen erst mal einen unnötigen Schlenker von etwa 25 Kilometern über wirklich miserable Straßen (die ersten hier in Marokko, sonst war bisher alles wirklich prima in Schuß) bis wir irgendwann doch noch in Souira Kedima ankommen.
Ein Stellplatztip führt uns dorthin. ( N 32° 02´17.7″ W 09° 20´31.4″ )
Das kleine Städtchen hatte offensichtlich weitreichende Pläne in Richtung Tourismus, eine riesige Uferpromenade entlang des weitläufigen Sandstrandes, gepflastert, mit Pollern und Lampen, dahinter Appartementhäuser in großem Stil, das Eine genauso verlassen, wie das Andere, alles wirkt wie eine Geisterstadt, ist ziemlich vergammelt und dreckig, auch der Stellplatz ist keinen Kilometer Umweg wert. Ok, man kann hier ganz gut stehen, das wars dann aber auch schon.

Tagesetappe:   146 km                    Gesamtstrecke:   3.461 km

 
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Verfasst von - 29. Dezember 2014 in Allgemein

 

Von El Jadida nach Oualidia

Auch dieser Stellplatz war absolut ok, ruhig und sicher, mit Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten und WiFi in der Rezeption.
Ja, da ist immer noch das Drama mit der Navigationssoftware, gestern abend habe ich den Softwaredownload zum dritten mal wiederholt und noch eine andere Software ausprobiert, – es bleibt immer das selbe, navigieren geht nicht, alles wird falsch angezeigt, wir sind seit der Ankunft in Marokko auf dem Bildschirm noch keinen Meter auf der Straße gefahren, Straßen sind sichtbar, wir fahren aber grundsätzlich daneben, oder quer, oder, oder ….., es ist zum Haareraufen. Naja, ich kann ja Karten lesen, – aber bequemer wärs schon !

Gegen 11 Uhr fahren wir los, es ist bewölkt, mit kühlen 14 Grad heute, erst gegen Mittag kommt die Sonne durch, die Temperatur ist dann schnell bei angenehmen 19 Grad.
Von El Jadida fahren wir auf die kleine R 301, die immer am Atlantik entlangführt. Sie ist am Anfang nicht ganz einfach zu finden, die Beschilderung ist unzureichend, mit Navi aber sicher kein Problem. Als wir dann drauf sind, führt der Weg immer nach Süden, verfahren ist so gut wie ausgeschlossen, auf der rechten Seite ist oft das Meer zu sehen. Über Sidi Abed, Sidi Moussa und Souk-el-Jemaa kommen wir am Nachmittag nach Oualidia.

Im Bereich von El Jadida, aber auch überall sonst in der Peripherie der großen und kleinen Städte wird wahnsinnig viel gebaut, überall wühlen sich Bagger in die Erde, fahren Lastwagen Erdaushub durch die Gegend, eine unbeschreibliche Menge von Häusern, meist große Wohnblocks, steht im Rohbau, überall wird gewerkelt, gehämmert und betoniert, viele sind bereits fertig, man sieht ihnen an, daß sie noch ganz neu sind. Naja, schön sind sie nicht gerade, aber Wohnraum hat hier wohl Vorrang, und die vielen Arbeitsplätze, die dranhängen sicher auch.

Hinter El Jadida fahren wir zunächst durch ländliches Gebiet, kleine Weiler, einzelne Gehöfte und Felder sind zu sehen, Schilfgürtel säumen immer wieder die Straße, alles ist jetzt im Winter schön grün.
Doch dann ist es ganz schnell vorbei mit Grün, ein riesiges Industriegebiet wurde hier angesiedelt, ein Phosphatwerk mit Gleisanschluß und eigenem Hafen, ein Gaswerk mit mächtigen Tanks, ein Kraftwerk und passend dazu ein ganzer Wald von Starkstrommasten. Schlagartig wird die Luft trüb und neblig, die Schornsteine des Phosphatwerkes schicken ihre Rauchschwaden in den Himmel, – gesund sieht das hier gerade nicht aus.

Wir sind relativ schnell durch, so schnell der Spuk aufgetaucht ist, ist er auch wieder vorbei, die Luft wieder klar, die Landschaft grün.
Nun durchfahren wir die fruchtbarste Gegend Marokkos, entlang der gesamten Strecke wird Gemüse angebaut, offen, ohne Folienhäuser.
Die Äcker werden meist von Hand bestellt, säen und ernten geht hier offensichtlich nebeneinander, wir sehen Menschen, die von Hand aussäen, daneben werden ewig große Felder gerade abgeerntet, viele Menschen finden hier Arbeit, Blumenkohl ist wohl jetzt so weit, und Mohrrüben, – noch nie haben wir so viele Mohrrüben gesehen, kilometerweit entlang der Straße erstrecken sich die Felder, ganze Lastwagenladungen stehen am Straßenrand, Eselkarren holen das abgeschnittene Grün, offensichtlich wird es an die Tiere verfüttert. Aber auch Felder voller Tomatensträucher, Zuchinifelder und sogar Fenchelfelder ziehen an uns vorbei.
Zwischen der Straße und dem Atlantik auf der rechten Seite sind immer wieder Lagunen mit rechteckigen Wasserbecken zu sehen, die Flut bringt das Atlantikwasser herein, die Menschen stauen es auf und gewinnen so kostbares Meersalz, das hier in großen Bergen weiß in der Sonne leuchtet.

Früh am Mittag kommen wir nach Oualidia, ein wirklich schöner, kleiner Ort, mit einer großen, sandigen Lagune, sauber und gepflegt die Straßen, schmucke Häuser Richtung Meer und an den Hängen dahinter, Tourismus prägt das Bild, kleine Fischlokale und ein wunderschöner Stadtplatz mit einem neuen Wohnmobilstellplatz daneben.
Spontan entschließen wir uns zu bleiben, unternehmen einen ausgedehnten Spaziergang durch die Lagune, es ist gerade Ebbe, und entlang der Promenade, dann gönnen wir uns Fisch und Muscheln auf der Terrasse eines kleinen Fischrestaurants und probieren einen marokkanischen Wein dazu, dessen ausgesprochen guter Geschmack uns überrascht.

Vom Wohnmobilstellplatz ( N 32° 43´55.6″ W 09° 02´36,7″ ) sehen wir dem bunten Treiben auf dem Stadtplatz noch lange zu, Mütter hüten ihre Kleinen, Jungs spielen Fußball, einige tollen mit ihrem Hund über den Platz, ein paar Mädchen sitzen auf einer Bank, plaudern miteinander und tippen dabei auf ihrem Smartphone. Die Welt ist klein.

Tagesetappe:   93 km                    Gesamtstrecke:   3.315 km

 
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Verfasst von - 28. Dezember 2014 in Allgemein

 

Von Mohammedia über Casablanca nach El Jadida

Der Stellplatz war herrlich ruhig.
Wir denken aber, daß es ihn bald nicht mehr geben wird, rundum werden gewaltige Appartementhäuser aus dem Boden gestampft.
Mansouria eifert offensichtlich den unzähligen Beispielen an der spanischen Mittelmeerküste nach, – der Weg dorthin wird noch ein langer sein.

Wir fahren zurück auf die A 3 und biegen dann auf die A 5 Richtung Casablanca ab.
Casablanca, den 3-Millionen-Einwohner-Moloch, – das sollte man sich keinesfalls antun, – mit dem Wohnmobil schon gar nicht.
In den Reiseführern wird es als häßlich und gefährlich beschrieben, kaum Parkmöglichkeiten, Übernachtungsplätze schon gar nicht, hohe Arbeitslosigkeit, Slums in den Außenbereichen, – und anzusehen gibt es so gut wie gar nichts. Lediglich im Film wird es zum Mythos hochstilisiert. Den Hinweis nehmen wir gerne auf und lassen es seitlich liegen, ein Blick und ein Foto aus der Ferne reichen völlig aus.

Die Landschaft hier ist irgendwie so gar nicht fremd, grüne Wiesen, weidende Kühe, Felder und Bäume, Landwirtschaft, dazwischen ein Fluß, fast wie bei uns in Europa.

Unser Tagesziel El Jadida ist da ganz anders, ein kleines Städtchen mit ausgeprägtem Atlantikstrand, sauber, palmenbestanden, mit einer wunderschönen Uferstraße, einer gepflegten Promenade, mit Lokalen, Banken und Geschäften, mit geschäftigem Treiben in der Stadt, urtümlichem Leben im Souk und im „portugiesischen Viertel von Mazagan“. Dort wollen wir hin.
Zunächst fahren wir durch die halbe Stadt, immer am Meer entlang, Parkmöglichkeiten am Viertel gibt es ausreichend, das ist uns aber zu ruhig dort hinten am Hafen.
Eigentlich wollen wir heute noch weiter, das Städtchen beeindruckt uns aber derart, daß wir spontan bleiben. Wir fahren den „Camping International“, unweit der Strandpromenade an, wo wir bleiben. ( N 33° 14´28.0″ W 08° 29´12.5″ ) Dann erobern wir die Stadt zu Fuß und mit dem Taxi.

Zunächst ist mal Geld tauschen angesagt, das ist in drei Minuten problemlos erledigt, der Kurs ist gut, 10,80 Dirham für 1 Euro, und das ohne Tauschgebühr.
Dann schlendern wir in den Souk, die Geräusche, das bunte Treiben, die Gerüche, — jetzt erst sind wir wirklich in Marokko angekommen. Trotz unserer vielen Besuche in der arabischen Welt und natürlich auch in Marokko erstaunt es uns immer wieder, was hier los ist, wie das Leben so pulst, wie sich alles draussen abspielt, welche Masse von Menschen sich einfindet und was alle so zu erledigen oder einfach nur zu schauen haben. Faszinierend !
Wir setzen uns mittenrein, kaufen uns eine Tajine und eine Harira mit frischem Brot und natürlich zwei herrliche Minztee dazu, (alles zusammen für 3,50 Euro), essen, trinken und schauen …….

Dann gehen wir rüber ins „potugiesische Viertel“, eine kleine Festung, die im Mittelalter von den Portugiesen errichtet wurde, kleine Gassen, Geschäfte, Souvenirs natürlich, Cafes, und die „Zisterne Portugaise“, eine mittelalterliche Wasserzisterne, eher tempelartig erbaut, sehr gut erhalten und für Touristen zugänglich. Das alte Gemäuer, Reste von Wasser auf dem Boden und die Beleuchtung des Raums schaffen ein faszinierendes Licht, wirklich sehenswert.
Ein Gang hinauf auf die Festungsmauer erlaubt weite Blicke hinüber auf die Stadt und hinaus auf den Atlantik und den kleinen Fischerhafen.

Zum Ende lassen wir uns noch auf einen weiteren Minztee am Rand des Souks nieder, dem faszinierenden Treiben noch weiter zuschauen.
Dann müssen wir los, es wird schnell dunkel, „Aspros ist allein zu Haus“, ein Taxi bringt uns zurück zum Platz, der Taxifahrer erzählt uns seine Geschichte, knapp 10 Minuten dauert die Fahrt, wir zahlen umgerechnet knapp 1 Euro.

Tagesetappe:   138 km                    Gesamtstrecke:   3.222 km

 
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Verfasst von - 27. Dezember 2014 in Allgemein

 

Von Moulay Bousselham über Rabat nach Mohammedia

Heute hat die Sonne den Nebel schon früh weggeputzt, trotzdem ist am Morgen alles triefend naß hier draussen am Atlantik.
Wir füllen unseren Wassertank randvoll und ziehen weiter, Richtung Süden.
Vorher muß ich erst noch mal das „Orakel Internet“ befragen, also auf einen „Frühschoppen“ mit marokkanischem Minztee ins Restaurant.
Irgend ein Problem gibts mit der Navigationssoftware von OSM, die funktioniert überhaupt nicht, alle Punkte liegen irgendwie daneben, Navigation geht überhaupt nicht, bin gespannt, woran das liegt. Ich lade nochmal anderes Kartenmaterial runter, mal ausprobieren, wie das ist.

Gegen 11 Uhr fahren wir los, die Sonne lacht von einem stahlblauen Himmel.
Auf die Autobahn A 1, Kenitra lassen wir seitlich liegen und fahren gleich weiter nach Sale´ und Rabat.
Die Landschaft ist unheimlich grün, es wird Landwirtschaft betrieben, große Folienhäuser stehen über weite Flächen, dort werden Bananen angebaut. Aber auch viele Bäume, ja sogar lichte Wälder durchfahren wir über viele Kilometer, eine Landschaftsform, wie wir sie so nicht erwartet haben. Die starken Regenfälle im Dezember haben auch hier in der Region sichtbare Spuren hinterlassen, auf vielen Feldern stehen riesige Tümpel, an vielen Hängen sind tiefe Furchen ausgespült, die Erde weggeschwemmt, viele Gräben nicht mehr als solche zu erkennen, mit Erde zugeschwemmt und müssen neu ausgebaggert werden, wir fahren an kilometerweit überfluteten Senken und Auentälern entlang.

Wir und die Großstädte …., naja, Ihr wißt schon …., trotzdem fahren wir nach Rabat rein, am Flughafen vorbei, Rabat ist Hauptstadt und entsprechend heftig ist das Polizeiaufgebot, Uniformierte aller Couleur stehen überall entlang der Zufahrtstraßen, die Kontrolldichte ist sehr hoch.
Aus der Ferne sehen wir das „Mausoleum Mohammed V.“, das Wahrzeichen Rabats, in dem der Großvater „Mohammed V.“ und der Vater „Hassan II“, des heutigen Königs von Marokko beigesetzt sind.
Einen ausführlichen Stadtrundgang verkneifen wir uns, der nimmt zwei volle Tage in Anspruch, die Park- und Übernachtungsmöglichkeiten in Rabat sind für uns Wohnmobilisten leider nicht gerade die besten. Allerdings an der „Nekropole Chellah“ kann man gut parken, die lassen wir uns nicht entgehen.
„Chellah“ ist eine ehemals römische Ruinenstadt, die seit dem 13. Jahrhundert als Begräbnisstätte für einige herrschende Sultane diente.
Einen schönen tropischen Garten hat man schon seinerzeit dort angelegt, von dem Hügel hat man einen wundervollen Blick über das darunterliegende Tal.
Das haben sich sicher auch die Störche gedacht, als sich eine große Kolonie (es sollen an die 100 sein) von ihnen hier auf und um das Gelände angesiedelt hat. Toll anzusehen, wie die schmucken Vögel überall auf den Simsen und in den Bäumen, teilweise mehrstöckig nisten, ihr Klappern ist allgegenwärtig und weit zu hören.

Einige Blicke auf die Stadt beim Herausfahren verschafft uns für den Moment einen ausreichenden Eindruck von Rabat, wir fahren zurück auf die A 1 und weiter Richtung Casablanca.

Auch die neue Software ist nicht wesentlich besser, navigieren ist immer noch nicht wirklich möglich, da muß ich heute abend noch mal ran.

Wir fahren noch bis kurz vor Mohammedia, dort bei Mansouria, direkt am Atlantik finden wir auf dem Campingplatz „LÓcean bleu“ einen guten Stellplatz. ( N 33° 44´11.6″ W 07° 19´23.9″ ).
Der lange Atlantikstrand lädt mal wieder zu einem längeren Spaziergang mit Aspros ein.
Leider ist das dazugehörige Restaurant heute gerade geschlossen, „Morgen“ sei offen, – irgendwo her kennen wir das doch, –„avrio, avrio“.

Tagesetappe:   220 km                    Gesamtstrecke:   3.084 km

 
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Verfasst von - 26. Dezember 2014 in Allgemein

 

Ruhetag in Moulay Bousselham

Gestern abend wollten wir zur Feier des Tages das Restaurant Atlantis, hier auf dem Campingplatz besuchen, was Leckeres essen, – frisch geduscht, – saubere Klamotten an, – nur das Restaurant war geschlossen. Na Klasse, — diesmal war Weihnachten schnell gehalten !!
Zurück zum HerrMAN, ein Fläschchen Retsina geköpft und — Stille Nacht !
Die Nacht ist wirklich traumhaft still, entsprechend lange pennen wir heute früh, — und anschließend beschließen wir, heute einen Faulenzertag einzulegen.

Unser Campingplatz ist sehr ruhig und sauber, alles ist großzügig, viel Grün überall, eine Unmenge Vögel lassen sich überall nieder, auch weiße Kuhreiher, draußen in der Lagune gibt es gar Flamingos. Alle Leute sind nett hier, immer wieder gibt es irgendwas mit irgendwem zu Plauschen.
In der Frühe ist es zunächst wieder ein wenig neblig über dem Atlantik, gegen 11 Uhr aber kommt die Sonne richtig durch und es wird ein herrlicher Tag bei vielleicht 19 Grad, in der Sonne ist T-Shirt-Wetter, im Schatten ist es kühl, die Luft vom Atlantik ist frisch.

Eine kleine Erkundungsrunde um den Platz, mal rüber zur Lagune, zum Fischerhafen, — still ruht die See.

Wir machen mal unsere Internetdinge, lesen und schicken unsere Weihnachtsgrüße, skypen mal mit zu Hause und lassen uns mittags auf der Terrasse unseres Restaurants einen guten Fisch servieren, – „Weihnachtsfisch“ statt „Weihnachtsgans“, ganz lecker, einen „Salat maroccaine“ dazu, Oliven, Weißbrot und diesen herrlichen Minztee.
Am Nachmittag sitzen wir unter unseren Oleanderbüschen in der Sonne und lassen den Tag verstreichen.

Tagesetappe:   0 km                    Gesamtstrecke:   2.864 km

 
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Verfasst von - 25. Dezember 2014 in Allgemein