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Von Tiznit nach Sidi Ifni

07 Jan

Das Klima hier draussen am Atlantik ist anders. Der Himmel nicht ganz so stahlblau, wie dies im Landesinneren ist, vom Meer kommt immer ein wenig Dunst herein und immer wieder gibt es auch kleine, weiße Schäfchenwolken. Die Tagestemperaturen unterscheiden sich wenig, meist liegen sie bei 18 bis 22 Grad unter kräftiger Sonne, unterscheiden tun sich aber die Nächte, während im Landesinneren oft leichter Frost das Sagen hat, ist es hier nachts milder, die tiefste Temperatur liegt vielleicht so bei 10 bis 13 Grad.

Die nächsten Tage bewegen wir uns immer am Atlantik entlang Richtung Südwesten, heute von Aglou-Plage nach Sidi-Ifni.
Die Straße, auch hier die R 104, führt meist in Sichtweite des Meeres entlang und gibt immer wieder wunderschöne Ausblicke frei, steil aus dem Meer ragende, rotbraun leuchtende Klippen und weit ausladende, sandige Buchten wechseln sich ab.
Die gesamte Küste ist touristisch erschlossen, immer wieder gibt es kleine Gästehäuser und Hotels, Strandcafes und -restaurants, aber auch immer wieder mal irgendwelche Monsteranlagen mit Unmassen von Häusern auf engstem Raum, irgendwo auf einer Klippe, meist mit tollem Ausblick. Wer´s mag …!
Allerdings findet der Tourismus in kleinem Rahmen statt, die Häuser stehen vereinzelt, mit viel Platz dazwischen, von spanischen Verhältnissen ist man hier weit entfernt.

Etwa 10 km vor Sidi Ifni erreichen wir über eine kleine Seitenpiste die „Plage Leghzira“, eine versteckte Bucht mit ein paar Restaurants, einer irren Brandung und spektakulären Felsformationen mit Torbogen, die weit ins Meer hinausreichen. Wir gehen gut 1 1/2 Stunden den Strand entlang, die Brandung ist irrsinnig laut, Dauerdonnern, manche Wellen schwappen weit auf den Strand, aufpassen ist angesagt, wenn der ansonsten breite Strand an einer Klippe, um die wir herum müssen, wieder einmal recht schmal wird, die nächste Welle kann bis zum Knie oder noch höher gehen.
Offensichtlich ein beliebter Ort, immer wieder begegnen wir Strandwanderern, aber auch ein paar Sonnenanbeter haben sich in den weitläufigen Strandbögen niedergelassen.
Die beiden Torbogen sind absolut spektakulär, hauptsächlich der Hintere, ganz filigran trägt sein Fuß die riesige Klippe aus rotbraunem Gestein, wohl seit Jahrtausenden, während die tosende Brandung immer weiter an ihm nagt, bis sie ihn eines Tages besiegen wird.
Nach unserem langen Strandgang, Aspros hat sichtlich Spaß daran, lassen wir uns in einem der Restaurants am Strand nieder, Fisch-Taijne mit Salat Marocaine, ein Gedicht.

Wenig später erreichen wir unser heutiges Etappenziel Sidi Ifni.
Die Stadt wird vom tief in den Berg eingeschnittenen Trockenfluß Oued Salogmad durchzogen, der hier im Meer endet.
Wir hatten es unterwegs immer wieder von Reisenden gehört, die schon hier waren, daß das Unwetter von Anfang Dezember hier ganze Arbeit geleistet hat: die Haupt-Zufahrtstraße gibt es nicht mehr, über eine Umleitung durch eine Nebenstraße fahren wir in die Stadt, das Sportstadion am Ortseingang sieht aus wie ein Acker mit Tribüne, alles ist tief zerfurcht, die Erde weggespült, angespülte Bäume liegen kreuz und quer, Umfassungsmauern sind eingestürzt, weiter vorne sind drei von fünf Campingplätzen komplett zerstört, der gesamte tiefliegende Ort entlang des Oueds muß wohl auf einer Breite von 200 bis 300 Metern von der Flutwelle erfasst worden sein, Straßenlaternen sind umgerissen, der Schlamm und die angeschwemmte Erde wurden mit Radladern zur Seite geschoben, an den Häusern wird renoviert, aus dem Meer ragen die Köpfe von Palmen, die wohl dorthin geschwemmt wurden. Weiter oben in der Stadt hat der starke Regen eine hohe Stützmauer aus Natursteinen auf voller Länge zum Einsturz gebracht. Es wird noch lange dauern, bis die Schäden hier behoben sind.

Wir finden auf dem Camping „El Barca“ (klingt spanisch, -Sidi Ifni war bis 1969 spanisch, und spanisch ist auch die Umgangssprache hier) einen Stellplatz für die Nacht. „El Barca“ sieht zwar auch noch ein wenig unaufgeräumt aus, blieb aber offensichtlich von größeren Schäden verschont. ( N 29° 22´57.4″ W 10° 10´34.2″ )

Tagesetappe:   69 km                    Gesamtstrecke:   4.431 km

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3 Kommentare

Verfasst von - 7. Januar 2015 in Allgemein

 

3 Antworten zu “Von Tiznit nach Sidi Ifni

  1. Kasteninblau

    8. Januar 2015 at 1:10

    Hallo, kleine Korrektur = CP „El Barco“. Mit wem habt Ihr spanisch gesprochen?

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    • heikeuhermann

      8. Januar 2015 at 22:58

      Hallo, das habe ich vielleicht nicht deutlich genug geschrieben. Nicht auf dem CP wird spanisch gesprochen, sondern in der Stadt selbst sind wir auf spanisch angesprochen worden.

      Gefällt mir

       

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